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DARMSANIERUNG Teil 1

Warum zum Teufel sollte man denn sowas machen??

 

Nun ja… dafür gibt es viele Gründe.

Da dies ja eine Art Erfahrungsbericht sein soll, fangen wir doch mal mit den persönlichen Gründen an:

 

 

 

Ich weiß schon seit einer Weile, dass meine Darmschleimhaut nun nicht gerade das Non-Plus-Ultra ihrer Zunft ist. Auf Distress – vor allem, wenn er länger anhält – reagiere ich mit dem, was die Medizin Reizdarmsyndrom nennt. Also, ich bekomme Bauchzwicken, mal stopft‘s, mal rennt’s. Von Nahrungsmittelunverträglichkeiten und Allergien bleibe ich glücklicherweise weitgehend verschont.

Leider stellt sich das bei meinem Töchterchen anders dar. Aber zurück zu den Gründen:

 

Familiär zusammengefasst kamen wir auf eine stolze Liste an Symptomen:

·         Müdigkeit, Erschöpfung, Antriebslosigkeit

·         Juckige und schlechte Haut (Pickel, Ausschlag von dreierlei Sorte)

·         Blähbauch

·         Verstopfung

·         Bauchschmerzen

·         Nahrungsmittelunverträglichkeiten

·         Immer mehr allergische Reaktionen auf unbekannte Nahrungsmittel

·         Miese Laune, Reizbarkeit

·         Schmerzen im Iliosakralgelenk und in der Lendenwirbelsäule

·         Und nicht zuletzt … igitt, igitt … rezidivierender Madenwurmbefall

 

Auslöser für die ganze Geschichte war, dass ich festgestellt habe, dass das Töchterchen mal wieder tierischen Besuch hatte.

 

Die Tatsache, dass auch noch Weihnachtszeit war, hat die ganze Sache natürlich nicht verbessert. Wie sollt man auch einem Kindergartenkind verständlich machen, dass es die ganzen süßen Leckereien, die wie ein Sturzregen aus allen Ecken über es hereinbrechen, nicht essen darf?

 

Nachdem wir wussten, dass wir die Würmchen wieder zu Besuch haben – unterschätzt die Quellen Kindergarten und Schule für solche Sachen bitte nicht – musste etwas passieren.

 

Die üblichen Mittelchen (Antihelmetika) gegen diese Gesellen empfinde ich persönlich als Anschlag auf meine Gesundheit. Ein Chemiefass muss sich vital fühlen gegen mich. Aber was hilfts, man muss sie ja loswerden.

Papaya, Karotten, Knoblauch, L-Glutamin, Bitterstoffe etc. haben ihre Wirkung leider verfehlt und so langsam dämmerte mir, dass wir’s tatsächlich so weit gebracht hatten, dass unsere Därme sich selbst nicht mehr helfen konnten (Die Gründe für eine solche Verfehlung seien jetzt mal dahin gestellt). Klar war damit auch, dass wir so lange immer wieder jedes Madenwurmei zu uns einladen werden, solange wir an unserem Darmproblem nichts ändern.

 

Daraufhin fiel die Entscheidung für Helmex und eine Darmsanierung – aber welche oder wie?? Damit werde ich mich in einem späteren Post befassen.

 

Nun zu den anatomisch-medizinisch-wissenschaftlichen Gründen, bzw. warum ich in meiner Praxis öfter mal gegen (Darm-)Wände laufe.

 

In den letzten Monaten hatte ich sehr oft mit Patienten zu tun, die chronisch mit Ihrer Lendenwirbelsäule oder ihrem ISG Probleme hatten. Die Anamnese bezüglich Ernährung, Stuhlgang und Bauchgefühl, Energie, Antrieb usw. fiel in den meisten Fällen unauffällig aus – erstmal.

Mit laufenden Behandlungen stellte sich aber meistens heraus, dass da schon mal Unregelmäßigkeiten im Stuhlgang auftauchen und dass Blähungen nicht unbedingt eine Seltenheit sind. Dies wird aber ab Kindheit als normal gesehen, sodass man sich keine weiteren Gedanken macht – ging mir früher auch so. Auch die chronische Müdigkeit, naja, im Job ists halt grad stressig. Und Corona schlägt ja sowieso fast jedem aufs Gemüt…

 

Wenn ich nach – sagen wir – drei Behandlungen feststelle, dass ich Befunde im Becken in der Lendenwirbelsäule und am Darm habe, die immer wieder kommen, dann ist da was faul und die armen Knochen können gar nichts dafür. Vor allem dann, wenn sich die Situation am Schädel und zentralen Nervensystem verbessert/verändert.

Das war der Punkt, an dem ich mir eingestehen musste, dass ich nur mit Osteopathie und ein paar nett gemeinten Ernährungstipps nicht zufriedenstellend weiter komme. Also stellte ich auch hier Überlegungen an, welche Wege ich weiter gehen kann.

 

Ergebnis: dem Darm muss man mehr Liebe zukommen lassen, als ihn nur in die richtige Position zu bringen.

 

Da ich ungern etwas empfehle, das ich selbst nicht getestet habe und keine gut zusammen gestellte Information dazu habe, ging die Recherche los und wir testen gerade als Familie den Sieger des Darmsanierungsrennens.

 

Nun aber fix zu etwas wissenschaftlicheren Informationen:

 

Ok, die Wissenschaft steckt zum Thema Darm, Bauchhirn und den ganzen zugehörigen Verbindungen zu Kopf, Immunsystem, Allergien, psychischen Erkrankungen usw. immer noch in den Kinderschuhen. Obwohl die Darmpflege ja in vielen Kulturen sein Jahrhunderten praktiziert wird.

Aber anders als in anderen naturheilkundlichen Bereichen wird in hier in den letzten Jahren verstärkt geforscht und erste Resultate sehen gut aus.

 

Das Bauchhirn und die Sache mit der Psyche

In unserem Bauch finden wir ein riesiges Geflecht an Nerven. Um Dir eine Vorstellung zu geben: 100-200 Millionen Nervenzellen tummeln sich da. Unser Gehirn umfasst um die 100 Milliarden Nervenzellen, das eines Hundes ca. 160 Millionen – und der gilt als intelligentes Tier.

 

Die Nervengeflechte laufen vor allem zwischen den Muskelschichten des Darms. Ausgehend vom Kopf (Vagusnerv) und vom Kreuzbein kommen die parasympathischen Bahnen. Aso die, die dafür zuständig sind, dass die Verdauungsvorgänge und die Durchblutung der Organe in Ruhe zunehmen. Die Sympathischen Bahnen, die die Verdauungstätigkeit und die Durchblutung bei körperlicher Betätigung, Angst oder Stress drosseln, kommen aus der Brustwirbelsäule und den oberen Lendenwirbelsegmenten.

 

Ab dem Schlucken übernimmt das vegetative Nervensystem (Sympathikus und Parasympathikus), also in dem Fall das Bauchhirn die Steuerung. Es sorgt dafür, dass Hormone ausgeschüttet werden, die dazu führen, dass Magensaft, Galle, Bauchspeichelsaft und einiges mehr gebildet und in den Magen/Darm abgegeben werden. Und es sorgt dafür, dass die Muskulatur des Verdauungstrakts arbeitet und den Nahrungsbrei weiterschiebt.

 

Währenddessen hat man sozusagen den Kopf frei und kann sich um andere Dinge kümmern. Coole Sache. Der Kopf geht seinen Angelegenheiten nach und das Bauchhirn regelt den Rest.

 

Aber ganz so getrennt funktioniert die ganze Sache nicht. Das merken wir, wenn wir verliebt sind und Schmetterlinge im Bauch haben, oder wenn uns Stress und Sorgen auf den Magen schlagen.

 

Die beiden Gehirne kommunizieren über die Darm-Hirn-Achse. Wie genau das von statten geht, ist nicht abschließend geklärt. Die einen sagen, das funktioniere über den Vagusnerv, was aber ab der linken Colonflexur – also der Dickdarmbiegung im linken Oberbauch – unlogisch erscheint, da ab hier die Nerven aus dem Kreuzbein übernehmen. Die anderen vermuten, dass eine veränderte Darmflora das Immunsystem aktiviert, und daraufhin Botenstoffe ausgeschüttet werden, die die Übertragung an den Synapsen im Gehirn verändern könnten.

 

Wie dem auch sei, eine Verbindung auf welchem Weg auch immer ist gut belegt und die Zusammenhänge zwischen psychischen Erkrankungen und Darmzustand werden weiter erforscht.

 

Darm und Immunsystem

Im Darm befindet sich ein Großteil unseres Immunsystems – logisch! Immerhin gelangt ja über die Nahrung eine Menge Zeug in uns hinein, was gut beobachtet und im Ernstfall eliminiert werden will. Diese Aufgabe übernehmen z.B. die Pyer-Plaques, die sich am Ende des Dünndarms finden.

 

Ist unsere Darmschleimhaut also nicht in Schuss, merken wir, dass wir uns mehr Infekte einfangen und mehr allergische Reaktionen bekommen.

 

Außerdem nehmen wir im Darm eine Menge wichtiger Nährstoffe und Vitamine auf. Fehlen uns diese, können wir zum Beispiel zu Krämpfen neigen, weniger leistungsfähig sein, oder im Ernstfall sogar eine Blutarmut und neurologische Symptome entwickeln.

 

Aber wie schaffen wir das denn jetzt, das System kaputt zu machen?

Auch hierfür gibt es viele Gründe.

Ich möchte mich auf drei beschränken:

 

·       Schlechte Ernährung: zu viel Zucker (in Form von kurzkettigen Kohlehydraten), wenig Ballaststoffe, hochverarbeitete Nahrung wie Fast Food und Fertig Gerichte und ja - FLEISCH

·       Zu wenig Bewegung: körperliche Betätigung hilft unseren Organen, sich zu bewegen, gut durchblutet zu werden und damit ihrer Aufgabe nachgehen zu können

·       Aus integrativ-osteopathischer Sicht: Fehlstellungen der Verdauungsorgane, die vom Kopf und damit von einem gestörten elektromagnetischen Feld ausgehen.

 

Diese Gründe können dazu führen, dass sich andere Bakterien in unserem Darm ansiedeln, als die die da ursprünglich ihre Arbeit tun. Sie können dazu führen, dass die Sphinkteren – also Schließmuskeln – zwischen den einzelnen Verdauungsabschnitten nicht ordentlich öffnen oder schließen. Das führt z.B. zu Reflux oder zu Bakterienbesiedlung im Dünndarm (wo die ja gar nicht hingehören)

 

 

Ziel einer Darmsanierung

Um nun auf den Punkt zu kommen, warum man so eine Darmsanierung machen sollte:

Das Projekt verläuft in drei Phasen:

Zuerst möchte man den Darm reinigen und alles hinausbefördern, was da nicht sein soll. Also Bakterien, die wir nicht haben wollen, nebst ihrem Biofilm. Nachher möchte man die Darmschleimhaut und ihre Flora wieder aufbauen. Dies geschieht mittels Bakterien die wir einnehmen und die sich im Darm ansiedeln sollen, die anderen mit der Zeit verdrängen sollen und sich individuell dem Körper anpassen sollen. Außerdem versucht man über die Gabe von L-Glutamin die Schleimhaut zu unterstützen.

 

Nun hat man die Qual der Wahl, wenn es darum geht WIE und mit WELCHEN Präparaten man vorgehen will. Schließlich soll man sich dabei gut fühlen und man möchte die Sanierung gut in seinen Alltag integrieren können.

 

Dazu im nächsten Beitrag mehr!

 

Wer angefixt ist und mehr zum Bauchhirn lesen möchte, hier gibt’s gute Artikel:

·         https://www.quarks.de/gesundheit/medizin/das-geheimnis-unseres-bauchgehirns/

·         https://www.spektrum.de/news/eine-psychische-stoerung-beginnt-im-darm/1532597

·         http://journalmedizin.de/magen-darm/bauchhirn-an-kopfhirn-bitte-kommen/

 

 

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